Was will ich?

Veröffentlicht auf von teh

Immer wenn alles gut zu laufen scheint, mache ich irgendetwas und zerstöre alles. Irgendwie empfinde ich mich als destruktives Wesen, welches sich nicht selbst erlaubt glücklich zu sein. Ich hole mir meinen Selbstwert, meine Anerkennung und mein Glück über das Lob das ich durch andere erhalte. Mir wird Respekt gezollt für mein Grundverständnis der Anatomie und ähnlichem und mir wird gedankt wenn ich mit jemanden aus meiner Klasse etwas erkläre oder mit jemanden lerne, aber die grundlegendste Frage (das meint zumindest mein Therapeut) sollte eigentlich sein: „Was will ich?“ Will ich wirklich immer jemanden helfen, nett, freundlich, zuvorkommen und höflich sein, oder will ich einfach mal ein „Arschloch“ sein und meinen Egotrip durchziehen?

Die Antwort darauf lautet wohl ja, denn zu Leuten die mich besser kennen bin ich in einem Zug hilfsbereit und zuvorkommend und im anderen sarkastisch und ironisch. Ich hasse es die Kontrolle über mein Leben zu verlieren und deswegen versuche ich nach aussen hin es immer allen recht zu machen und keinen zu verletzten und leider vergesse ich dabei immer darauf was ich eigentlich will. Die einzige Möglichkeit „mich selbst“ auszuleben war es bisher immer in eine fremde Welt, also in ein Onlinerollenspiel einzutauchen, denn dort läuft alles unter der Anonymität des Internets. Vor einiger Zeit habe ich jedoch dieses zu sehr zeitintensive und süchtig machende Hobby zur Seite gelegt um den – momentan nicht vorhandenen Sommer – zu genießen und kurz darauf bin ich wieder ein „schwarzes Loch“ gefallen.

Die einzige Möglichkeit sich einmal daneben benehmen zu können scheint derzeit für mich Alkoholabusus zu sein und ebenso sehr wie ich mich dadurch teilweise ausleben kann verachte ich mich am nächsten Tag für die blöden Situationen die zur späten Stunde entstanden sind. Es passieren einfach Dinge unter Alkoholeinfluss, die mir Angst machen, dass mein Leben den Bach runter geht. Mir kommt es vor als ob immer meine Familie, meine Freunde und meine berufliche Zukunft darunter leiden und irgendwann wird etwas passieren, was mir meine ganze Zukunft versauen wird. Egal mit wem ich darüber rede und über diesen oder jenen Vorfall berichte, jeder meint: „Halb so wild, du warst ja eben betrunken“, aber selbst kann ich mir keine Fehler verzeihen,…

Veröffentlicht in Gedanken

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nomorecore 05/06/2011 13:29


auch ich hatte solche Probleme mit Alkohol, glaube sogar schlimmere als du...hab deshalb einen Therapeuten geholt, welcher meinte ich stehe kurz vor einer klinischen Depression. Mein Tipp an dich
ist (auch wenn es beschissen und abgefuckt klingt), lenk dich ab. Lenk dein Gehirn ab und denk nicht so sehr über dich selbst nach.
...und wenn du betrunken dich nicht mehr unter Kontrolle hast, dann schau, dass du weniger trinkst und komm mit dir selbst ins Reine (den letzen Schritt habe ich noch vor mir, wird wohl der
schwerste werden). Jedenfalls kann ich dir eins sagen: Alkohol ist keine Lösung für deine Probleme, sondern bereitet dir nur noch zusätzliche.


Carmen 11/26/2010 20:20


hey du, hoff du kennst mich noch^^
wos duat sie, hast vl wieder mal lust irgendwas zu machen?
würd mich freuen wennst dich mal meldest.
lg Carmen


saraschneiderlein 10/27/2010 09:46


ich glaube, man soll auch mal naiv in sachen reingehen, also alles ausprobieren was man glaubt, es könnte interessant sein, und nicht immer zu viel denken.


Georg 09/10/2010 10:54


wir haben alle was Distruktives in uns und machen was neben uns ist kaputt, aber wir haben trotzdem die Kraft alles zu verbessern.


Anabella 08/31/2010 06:24


Oje..ich weiss gar nicht was ich so, fuer mein Leben will...aber ich lebe weiter und mache was ich am liebsten machen kann und was ich am besten machen kann. Vielleicht wird es bald besser sein.
oder nicht?!