Leere

Veröffentlicht auf von teh


Vorneweg sei gesagt, dass dieser Text schon im September 2008 entstanden ist. Er ist in meinem Zimmer, bei meinem dreiwöchigen stationären Aufenthalt, zu einer Stunde entstanden in der ich meinen bis dahin schlimmsten Einbruch in die Verweiflung hatte. Ich veröffentliche ihn aus dem Grund, da ich heute stolz sagen kann: "Ich habe diese Stunde überlebt und habe mich schon länger nicht mehr in so einer Situation befunden":

Leere. Alles verschlingende Leere und immer wieder diese Fragen. Warum morgen aufstehen, wenn es sich heute nicht gelohnt hat? Warum versuchen den morgigen Tag zu genießen, wenn es der heutige nicht wert wart? Wozu den nächsten Atemzug nehmen, wenn sich damit nichts ändert? Es bringt alles nichts. Jeden Tag rafft man sich auf um zu Leben und jeden Tag wird man erneut enttäuscht.

Woran soll ich glauben? Ich glaube an keinen Gott und an keine Religion - ich glaube nicht mal an mich selbst. Auf was soll ich vertrauen, wenn ich mir nicht einmal selbst vertraue? Es ergibt alles keinen Sinn.

Wozu bin ich hier? Nicht hier im WJ, Station N0Z3, Zimmer 12, sondern hier und jetzt. Warum hier und jetzt im Leben? Wieso hier und jetzt auf dieser Welt? Habe ich einen Sinn oder eine Aufgabe? Mir fällt dazu keine Antwort ein... Wieso muss ich noch „sein" und kann nicht schon zur Vergangenheit gehören? Ich würde mein hier und jetzt einem Namen auf einer Liste oder einem Grabstein vorziehen - einem Namen ohne Geschichte.

Ich kann nicht mehr. Ich schaffe es nicht mehr...

Überall sehe ich glückliche Menschen. Wieso kann ich es nicht auch sein? In der Kantine sitzen verliebte Paare. Warum klappt es bei mir nie?

Ich sitze außerhalb des Gebäudes und frage mich solche Dinge und mir geht es beschissen dabei. Weshalb kann ich abends nicht sagen „Was für ein schöner Tag. Ich freue mich auf morgen."? Jetzt im Moment erscheint für mich alles sinnlos, vor allem auch schon das morgen, obwohl ein wundervoller Mensch zu Besuch kommt...

Ich sehe in den Spiegel und sehe nichts. Er zeigt mich, also nichts von Nutzen oder von Wert. Wer bin ich?

Wer bin ich? Wer bin ich? Wer bin ich? Wer bin ich? Wer bin ich? Wer bin ich? Wer bin ich? Wer bin ich? Wer bin ich? Wer bin ich? Wer bin ich? Wer bin ich?

Ich will gehen...


Wie sagte schon Friedich Nietzsche so schön:

"Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein."

Dieses Bild habe ich auf der psychiatrischen Rehabilitation gemalt - Leere in den Augen.


Einen Text aus meiner Zeit im Krankenhaus habe ich nun noch nicht veröffentlich, denn er dreht sich um das Thema Sehnsucht und Liebe, was beides für mich wahrlich kein einfaches Thema ist. Ich werde ich schon einmal posten, aber dann nur im geeigneten Rahmen mit vielen neuen Gedanken meinerseits über dieses Thema. void

Veröffentlicht in Gedanken

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post